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Divertikulitis und Kaffeetrinken: Was Sie wissen müssen

Bevor wir Ihnen erklären, ob Sie mit einer akuten Divertikulitis Kaffee trinken sollten, betrachten wir diese Erkrankung des Darms selbst,

Was ist eine Divertikulitis?

Die Divertikelkrankheit ist eine Kombination von Erkrankungen, die den unteren Teil des Darms betreffen. Unter Divertikulose versteht man die Bildung kleiner Taschen entlang der Innenauskleidung des Dickdarms, sogenannter Divertikel. Sie treten am häufigsten im unteren Teil des Dickdarms auf. Diese Ausstülpungen können erbsengroß sein.

Divertikel entstehen durch Druck auf die Wände des Dickdarms, insbesondere an Stellen, an denen die Darmwand geschwächt ist. Der Druck durch überschüssige Gase, zu viele zu wenig gekaute Lebensmittel und Flüssigkeit im Darm kann auf die geschwächten Stellen drücken und die Bildung von Divertikeln verursachen. Auch übermäßiges Pressen beim Stuhlgang kann zu Divertikeln führen.

Von Divertikulitis spricht man, wenn sich eine oder mehrere der kleinen Taschen infizieren und entzünden. Die Entzündung entsteht, wenn sich die Taschen mit Abfallstoffen füllen, was zu einer Infektion durch die Ansammlung von Bakterien führt.

Divertikulose ist eine relativ häufige Erkrankung, die etwa 10 % der westlichen Bevölkerung über 40 Jahre und etwa 50 % der über 60-Jährigen betrifft. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Die Divertikulose kann zwar nicht vollständig geheilt, aber die Auswirkungen können gemildert werden.

Symptome der Divertikulitis

Ein Symptom der Divertikulose sind rektale Blutungen, die für viele Menschen alarmierend sein können. Dies ist auf eine langfristige Verletzung der kleineren Blutgefäße im Darm in der Nähe der Divertikel zurückzuführen, die dann reißen und bluten.

Zu den Symptomen gehören starke Krämpfe und Druckempfindlichkeit, die auch beim Stuhlgang auftreten können. Wenn die Infektion fortschreitet, kann es zu Schüttelfrost und Fieber kommen. Weitere Komplikationen können Abszesse sein, wenn die Infektion unbehandelt bleibt, und ein Darmverschluss.

Behandlungsmöglichkeiten für Divertikulitis

Die Behandlung der Divertikulitis besteht darin, die entzündeten oder infizierten Divertikel zur Abheilung zu bringen und dann ein Umfeld zu schaffen, das den Darm stärkt und die weitere Bildung von Divertikeln verringert. Die bereits vorhandenen Divertikel können dauerhaft bestehen bleiben, wenn sie nicht operativ entfernt werden. Die Behandlung der Divertikulitis kann die Einnahme von Antibiotika und eine Ernährungsumstellung umfassen.

Wenn mehrere Divertikel vorhanden sind oder eine anhaltende Infektion und eine starke Entzündung vorliegen, kann es zu einer Darmperforation kommen. Dies ist eine Notfallsituation und muss sofort behandelt werden, um eine Sepsis (Infektion) zu verhindern. Möglicherweise müssen Sie operiert werden, um die Perforation zu reparieren, und benötigen einen Kolostomiebeutel, der die Ausscheidungen aus dem Dickdarm und den unteren Eingeweiden ableitet und ihnen die Möglichkeit gibt, zu heilen.

Kann man bei Divertikulitis Kaffee trinken?

Kaffee hat im Vergleich zu anderen Getränken wie Tee oder Limonade einen hohen Koffeingehalt. Koffein ist ein Stimulans und steigert nicht nur die Wachheit, sondern auch die Kontraktion des unteren Darms und des Dickdarms. Aus diesem Grund verspüren viele Menschen nach der ersten Tasse Kaffee den Drang, den Darm zu entleeren.

Bei Menschen mit Divertikulitis kann eine Überstimulation des Darms die Unterleibsschmerzen verstärken und den Durchfall verschlimmern. Fazit: Kaffeetrinken bei einer akuten Divertikulitis ist keine gute Idee.

Kaffee, Stress und Divertikulitis

Kaffee wird von vielen Menschen vor allem auch in Überlastungssituationen getrunken, um den beruflichen oder privaten Herausforderungen stand zu halten. Stress gilt aber als weitere Ursache für das Auslösen einer Divertikulitis. Sie wird durch die Höhe der Stresstoleranz bzw. dem Ausmaß an Stresssituationen im Alltag beeinflusst. Der Umgang mit Stress gehört deshalb auch zur Divertikulitis-Therapie.

Wenn Sie also starker Kaffeetrinker sind, sollten Sie selbstkritisch hinterfragen, ob Ihr Kaffeekonsum im Zusammenhang mit Ihrem Stresslevel steht. Dann gilt es nicht nur den Kaffeekonsum zu reduzieren, sondern vor allem den Stress abzubauen bzw. Ihre Resilienz zu stärken.

Wer auf Kaffee verzichten sollte

Eine ballaststoffarme Ernährung in Verbindung mit dem Verzehr von Lebensmitteln, die viel raffinierten Zucker und gesättigte Fette enthalten, kann zu einem trägen Verdauungssystem und der Bildung von Divertikeln führen.

Wenn Sie unter unregelmäßigem Stuhlgang, chronischem Durchfall und lockerem Stuhl leiden oder fettleibig sind, besteht die Möglichkeit, dass Sie ebenfalls Divertikel haben, die möglicherweise keine Symptome verursachen, bis sie sich entzünden oder infizieren.

Zu den sehr schweren Symptomen gehören dunkler oder blutiger Stuhl, Erbrechen oder Stuhlgang, der wie Kaffeesatz aussieht. Dies kann auf innere Blutungen hindeuten und sehr ernst sein oder auf eine Umgebung hinweisen, die zu einer Sepsis führen kann. Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie den Kaffeegenuss umgehend unterlassen.

Ernährungstipps bei Divertikulitis

Die unterschiedliche Häufigkeit von Divertikulitis in verschiedenen Kulturen könnte darauf hinweisen, dass die Ernährung etwas mit der Bildung von Divertikeln zu tun hat. Ballaststoffreiche Lebensmittel können sich positiv auf die allgemeine Darmgesundheit auswirken, da Ballaststoffe dem unteren Darm helfen, Abfallstoffe reibungsloser zu transportieren. Ein niedriger Ballaststoffgehalt führt zu kleineren Stühlen, was den Druck auf den Dickdarm erhöht. Er muss sich stärker zusammenziehen, um kleinere Stühle zu entfernen, als dickere, ballaststoffreiche Stühle.

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist jedoch am besten geeignet, um einer Divertikulitis vorzubeugen und zu verhindern, dass sie nach der Abheilung wieder auftritt. Wenn Sie sich mitten in einem Schub befinden und wegen einer Divertikulitis behandelt werden, kann Ihr Arzt sogar eine ballaststoffarme Diät mit milden Lebensmitteln vorschlagen. Anfänglich werden Sie möglicherweise auf eine flüssige Diät gesetzt und erhalten eine Liste mit wenig belastenden Nahrungsmitteln, die Sie essen sollen. Außerdem erhalten Sie eine Antibiotikakur und werden aufgefordert, auf Alkohol, Milch, Kaffee und Limonade zu verzichten.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an FODMAPs (fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole) sollten ebenfalls vermieden werden. Dazu gehören Äpfel, Birnen und Pflaumen, die ebenfalls zu den faserhaltigen Lebensmitteln gehören, die meisten Milchprodukte, fermentierte Lebensmittel wie Kimchi und Kombucha sowie Lebensmittel, die dafür bekannt sind, dass sie Blähungen verursachen, wie Bohnen, Kohl, Rosenkohl, Zwiebeln und Knoblauch.

Kein Kaffee - kein Alkohol - keine Softdrinks

Kaffee ist nicht das einzige Getränk, das Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen meiden sollten. Auch Alkohol kann sich negativ auf das Verdauungssystem auswirken, insbesondere bei Menschen, die mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag trinken. Sowohl Kaffee als auch Alkohol können zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen. Auch Limonaden sollte man wegen der Kohlensäure, des Zuckers und des Koffeins meiden. Einige starke Teesorten, vor allem gerbstoffreiche Schwarztees, können Ihren Magen-Darm-Trakt ebenfalls reizen.

Was können Sie essen bei einer akuten Divertikel-Entzündung?

Wenn Sie wegen einer Infektion von Divertikeln behandelt werden, sollten Sie sich an den Ernährungsplan halten, den Ihnen Ihr Arzt gegeben hat. Sobald Sie wieder feste Nahrung essen dürfen, können Sie Lebensmittel genießen, die gesund sind, aber Ihren Darm nicht belasten. Dazu gehören unter anderem:

  •     Obstkonserven - ohne Schalen
  •     Gemüse(konserven) mit geringem Ballaststoffgehalt wie grüne Bohnen, Kartoffeln ohne Schale oder Karotten
  •     Hühnerfleisch, etwas Fisch und wachsweich gekochte Eier
  •     Weißbrot
  •     Gemüse- und Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch
  •     Käse, Joghurt und Vollmilch
  •     Nudeln ohne Soße und einfacher weißer Reis


Diese Nahrungsmittel sind das Gegenteil einer Diät zur Vorbeugung von Divertikulitis. Eine Ernährungstherapie zur Behandlung der Erkrankung und zur Vorbeugung eines erneuten Auftretens beginnt jedoch damit, dass die Divertikel ausheilen können. Diese Lebensmittel können den gereizten Darm beruhigen und gleichzeitig den Körper mit Nährstoffen versorgen.

Übrigens: Lange wurde behauptet, dass bei bestehenden Divertikeln auf Nüsse, Körner, Popcorn, Samen und ähnliches verzichtet werden sollte, da diese sich in den Divertikeln verhaken und zu Entzündungen führen können. Das Gegenteil ist der Fall: Nüsse und Popcorn reduzieren das Risiko einer Divertikulitis sogar – Nüsse um 20%, Popcorn um 27% (bei einem Verzehr von 2x/Woche).

Ein letzter Tipp

Die Auswirkungen des Kaffeetrinkens bei Divertikulitis können schmerzhaft sein und einen gefährlichen und schmerzhaften Zustand verschlimmern.

Divertikulitis ist behandelbar, und mit der richtigen Ernährung können Sie möglicherweise einige der Auswirkungen rückgängig machen. Sie kann aber auch zu sehr ernsten Nebenwirkungen führen. Wenn Sie ungesunde Essgewohnheiten erkennen oder wenn Sie Schmerzen im Unterbauch, Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder chronischen Durchfall haben, sollten Sie sofort mit Ihrem Arzt sprechen. Bis dahin unterlassen Sie den Konsum von Kaffee.

Unser Fazit

Bei einer aktuten Entzündung des Darms müssen Sie bei zur vollständigen Ausheilung der Entzündung auf den Genuss von Kaffee verzichten.

Wissenschaftlich betrachtet gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, dass Kaffee ursächlich für eine Entzündung vorhandener Divertikel ist. Denoch sollten Sie Kaffees bevorzugen, die mit Druck zubereitet wurden, also z.B. Espresso oder ein Café Crème aus dem Kaffeevollautomaten. Durch den Druck, den die Kaffee- bzw. Espressomaschine erzeugt, hat das Wasser eine kürzere Kontaktzeit mit dem gemahlenen Kaffee und spült weniger unerwünschte Säuren und Koffein aus, als dies z.B. beim klassischen Filterkaffee der Fall wäre. Wer mit Magen- und/oder Darmproblemen zu tun hat, sollte sich deshalb grundsätzlich an druckextrahierte Kaffees halten. Zu diesen zählt z.B. auch der Kaffee aus der Kapsel- oder ESE Pad-Maschine.

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Unser abschließender Coffee Hack: Wenn Sie statt eines Espresso lieber eine "lange" Tasse Kaffee trinken wollen, bereiten Sie sich einen Americano zu: Ein doppelter Espresso wird mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgefüllt.

Ihr

Johannes Lacker
zert. SCA Barista und Divertikel-Geplagter

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