Kaffeebohnen für Vollautomaten - Die Besonderheiten


Kaffeevollautomaten sind heutzutage eine beliebte Option für Kaffeeliebhaber, die zu Hause hochwertigen Kaffee genießen möchten. Eines der wichtigsten Elemente für einen exzellenten Kaffeegenuss sind die verwendeten Kaffeebohnen. Doch welche Kaffeebohnen eignen sich am besten für Kaffeevollautomaten? In diesem Artikel werden wir uns mit dieser Frage beschäftigen und einige Empfehlungen für die Auswahl der perfekten Kaffeebohnen geben.

Worauf ist bei Kaffeebohnen für Vollautomaten zu achten?

1. Frische

Die Frische von Kaffee ist der Schlüssel: Unabhängig von der Art des Kaffeevollautomaten, den Sie besitzen, ist die Frische der Kaffeebohnen von entscheidender Bedeutung.

Die Vielfalt der Aromen ist am intensivsten, wenn die Bohnen frisch geröstet sind. Frische Kaffeebohnen haben in der Regel einen ausgewogenen Gehalt an geschmackstragenden Säuren, der dem Kaffee eine angenehme Frische und Spritzigkeit verleiht. Mit der Zeit nimmt die Säure ab und der Kaffee kann flach und fade schmecken. Das gilt insbesondere für die nuancierten Aromen hell gerösteter Arabica-Kaffees.

Kaffeebeutel

Sollten die Kaffeebeutel, in denen der geröstete Kaffee abgepackt ist, nicht 100%-ig luftdicht sein, können die Kaffeebohnen mit der Zeit oxidieren. Dieser Prozess kann die Aromen und Geschmacksstoffe des Kaffees negativ beeinflussen. Kaffees, die schon (zu) lange lagern, können bereits begonnen haben, zu oxidieren.

Einige Kaffeeröstereien verpacken ihre frisch gerösteten Kaffees deshalb unter Schutzatmosphäre. So z.B. unsere Röstereien Blasercafé aus der Schweiz oder Omkafè vom Gardasee.

Frisch geröstet - Frisch gemahlen

Frische Bohnen gewährleisten eine gleichbleibende Qualität des Kaffees bei jeder Tasse aus dem Vollautomat, da sie ihr Aroma und ihre Geschmackseigenschaften intakt halten.

Frisch gerösteter und frisch gemahlener Kaffee ermöglicht es Ihnen somit, die volle Bandbreite der feinen Kaffeearomen zu erleben und den Kaffee in seiner besten Form zu genießen.

Achten Sie deshalb beim Kauf von Kaffeebohnen auf das Röstdatum und wählen Sie immer die frischesten Bohnen, die Sie finden können.Bei Kaffee Rauscher finden Sie die entsprechenden Daten auf der Produktseite des jeweiligen Kaffees.

2. Die Röstung

Für einen Vollautomaten-Kaffee ist eine mittlere Röstung die erste Wahl. Sie sorgt für eine ausgewogene Mischung aus Säure und Süße im Kaffee und bietet ein breites Spektrum an Aromen und Geschmacksprofilen.

Typischerweise ist sie weniger säurebetont als eine hellere (Filterkaffee-)Röstung, aber immer noch ausreichend fruchtig und lebendig. Es können Noten von Schokolade, Nüssen, Karamell und Früchten auftreten. In der Regel hat sie einen mittleren bis vollmundigen Körper und entspricht damit einem bei Kaffeetrinkern sehr beliebten Geschmacksprofil.

Druckextrakation

Dabei ist zu beachten, dass die Inhaltsstoffe des Kaffees im Kaffeevollautomaten unter Druck extrahiert werden. Hell geröstete Bohnen für Filterkaffee entfalten bei einer sogenannten Druckextraktion nicht genug Aroma und Körper und tendieren schnell zu einem sauren Geschmack. Beim Kauf der Kaffeebohnen sollte man also nicht zu Filterkaffeemischungen greifen, sondern zu Kaffees, die durch durch Begriffe wie "Café Crème", "Kaffee Crema" oder "Schümli Kaffee" gekennzeichnet sind.

Norditalienische Espresso-Röstungen sind in diesem Zusammenhang ebenfalls gut für den Kaffeevollautomaten geeignet, da sie über die erwünschten Eigenschaften von Kaffeebohnen für Kaffeevollautomaten verfügen. Röstungen aus dem Süden Italiens, wie z.B. von ionia oder Ki

Vielseitiger Kaffee

Zu guter Letzt ist ein mittel gerösteter Kaffee aufgrund seines ausgewogenen Geschmacks und Aromas vielseitig einsetzbar. Er eignet sich sowohl für eine schwarze Tasse Kaffee als auch für Milchgetränke wie Cappuccino oder Latte Macchiato. Die Aromen sind kräftig genug, um in Mischgetränken durchzukommen und einen harmonischen Gesamteindruck in Cappuccino und Co. zu hinterlassen.

3. Die Verwendung ganzer Bohnen

Eigentlich ist es ja klar: Für den Kaffeevollautomaten verwendet man nur ganze Bohnen, denn schließlich verfügt der Automat über ein integriertes Mahlwerk. Nur wenn die Maschine zusätzlich über ein Zweitfach verfügt, z.B. für entkoffeinierten Kaffee, wird dieses mit bereits gemahlenem Kaffee befüllt.

Optimale Entfaltung der Aromen

Wie schon erwähnt, sind die Aromen in Kaffeebohnen volatil, was bedeutet, dass sie sich mit der Zeit verflüchtigen. Durch das Mahlen der Bohnen unmittelbar vor der Zubereitung werden die Aromen freigesetzt und entfalten sich intensiver. Dadurch erhält man einen Kaffee mit einem reichhaltigen und frischen Geschmack.

Vermeidung von Oxidation

Durch das frische Mahlen vermeiden Sie ebenfalls die schon weiter oben erwähnte Oxidation des Kaffees. Kaffeebohnen enthalten natürliche Öle, die beim Mahlen freigesetzt werden. Diese Öle sind empfindlich gegenüber Sauerstoff und können oxidieren, was den Geschmack negativ beeinflusst. Durch das Mahlen direkt vor der Zubereitung minimiert man die Zeit, in der die Bohnen dem Sauerstoff ausgesetzt sind, und erhält dadurch eine frischere Tasse Kaffee.

Einstellen des Mahlgrades

Ein weiterer Punkt spricht für die Verwendung von ganzen Bohnen im Kaffeevollautomaten: An den allermeisten Geräten lässt sich der Mahlgrad der Mühle einstellen. Je nach persönlichem Geschmack kann durch die Veränderung des Mahlgrades der Geschmack beeinflusst werden. Das ist bei bereits gemahlenem Kaffee nicht mehr möglich.Allerdings empfehlen wir immer, den Mahlgrad in den Werkseinstellungen zu belassen. Wenn Sie nicht genau wissen, welche Wirkung der veränderte Mahlgrad auf Ihren Kaffee hat, verschlimmbessert man schnell einmal den Geschmack des geliebten Kaffees.

4. Die Rezeptur: 100% Arabica oder Arabica-Robusta-Mischung?

Häufig liest man „100% Arabica“ auf einem Kaffeebeutel, was für besondere Qualität stehen soll. Tatsächlich ist es aber nicht mehr als eine Inhaltsangabe - schließlich gibt es auch Arabica-Kaffees minderer Qualität.

In Blindverkostungen von Kaffees hat sich gezeigt, dass die meisten Kaffeetrinker zu Mischungen von Arabica- und Robusta-Bohnen tendieren. Tatsächlich werden für Kaffeevollautomaten oft Mischungen aus Arabica- und Robusta-Bohnen empfohlen, da sie eine ausgewogene Tasse Kaffee mit einem angenehmen Aroma und einer guten Crema liefern.

Die Crema des Kaffees

Gerade die Crema steht dabei im Fokus der Kaffeetrinker. Sie ist die schaumige Schicht auf der Oberfläche eines Espresso oder Kaffee Crema und wird oft als Indikator für die Qualität und den Geschmack des Kaffees betrachtet. Sie entsteht durch das Aufsprudeln der Kaffeefette unter Druck im Kolben des Kaffeeautomaten. Und da Robusta-Kaffees mehr Kaffeefett enthalten als Arabica-Kaffees, sorgt ein guter Anteil Robusta für eine ansehnliche und feste Crema.

Robusta-Bohnen und der Geschmack

Und noch etwas spricht für den Einsatz von Mischungen mit Arabica- und Robusta-Kaffees: Die Robusta-Bohnen bringen oft die von vielen Kaffeetrinkern geliebten Aromen von Nüssen, Schokolade oder Malz mit in die Kaffeetasse. Diese Noten ergänzen den Geschmack der Arabicas und geben dem Kaffee einen breiteren geschmacklichen Charakter.

Aus unserer Sicht liegt das ideale Mischungsverhältnis zwischen Arabica und Robusta bei 80:20 bzw. 70:30. Das Mischungsverhältnis Ihres Lieblingskaffees für den Vollautomaten lässt sich oft auf der Kaffeeverpackung selbst ablesen oder findet sich in der Produktbeschreibung auf der Produktseite in Ihrem bevorzugten Kaffee-Online-Shop.

5. Was ist Schümli Kaffee?

Der Begriff Schümli Kaffee steht seit mittlerweile gut 15 Jahren für spezielle Kaffeemischungen, die für die Verwendung in Kaffeevollautomaten konzipiert wurden. Diese Kaffees entstanden ursprünglich in der Schweiz, da dort sowohl die gewerblichen wie die privaten Vollautomaten in den 1970/1980er Jahren erstmalig entwickelt wurden (von den Firmen Schaerer bzw. Solis)

Die bis zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz verbreiteten Filterkaffeemaschungen waren, aus den oben bereits erklärten Gründen, nicht geeignet, um mit Druck extrahiert zu werden. So ist der Schümli Kaffee vor allem in der Schweiz und in Teilen Deutschlands populär.

FunFact Schümli Kaffee

Der Begriff "Schümli" hört sich zwar nach schweizerdeutschem Dialekt an, ist es aber nicht. Findige Kaffeeröstereien aus Deutschland (!) haben diesen Begriff im Markt installiert. In Schweizer Kaffeeregalen wird man Kaffeebohnen für Kaffeevollautomaten unter dem Begriff "Schümlikaffee" also nicht finden.

Typische Schümli-Mischungen

Der typische Schümli Kaffee wird entweder aus Arabica-Kaffeebohnen mittlerer Röstung hergestellt oder einer 90/10 bzw. 80/20-Mischung. Im Vergleich zu Espressobohnen werden die Bohnen für Schümli Kaffee etwas weniger stark geröstet, sind aber deutlich dunkler in der Röstfarbe als die Bohnen für Filterkaffee. Durch die mittlere Röstung entsteht ein Kaffee mit einem ausgewogenen Geschmacksprofil und wenig Säure.

Der Schümli Kaffee zeichnet sich durch eine feine Crema aus, die dem Kaffee eine gewisse Samtigkeit verleiht.

Klassische Allrounder für den Kaffeevollautomaten

Schümli Kaffee wird aber nicht nur als "lange" Tasse Kaffee aus dem Vollautomaten getrunken. Etwas dunklere Röstunge, wie z.B. Turm Kaffee Edel, Demmel Kaffee Verona oder Blasercafé Lilla e Rose sind auch als vollmundige Basis von Cappuccino, Latte Macchiato und Caffè Latte im Einsatz.


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Unser Fazit

Die richtige Wahl der geeigneten Kaffees spielt für die Verwendung im Kaffeevollautomaten eine wichtige Rolle. Wählen Sie frische Bohnen, die nicht zu dunkel geröstet wurden und achten Sie auf die Bezeichnungen "Kaffee Crema" oder "Schümli Kaffee".

Ihr

Johannes Lacker
zert. SCA Barista

Autor: Johannes Lacker

Johannes Lacker ist gelernter Restaurantfachmann und Hotelbetriebswirt. Als zertifizierter SCA Barista und Online Marketer verantwortet er bei Kaffee Rauscher den Onlinehandel und das Online Marketing.